2010 - welche Themen erwarten uns im nächsten Jahr?
Ins zehnte Jahr geht unser „neues“ Jahrtausend nun schon. Viele einschneidende Ereignisse hat die taa in dieser allgemein sehr schnelllebigen Branche bereits erlebt, Ups and Downs, wie man zu sagen pflegt. Doch im Ausblick auf ein kommendes Jahr gab es wohl noch nie zuvor so viele Unwägbarkeiten, wie für 2010.
Im Geschäftsreiseverkehr gehen die Meinungen auseinander. Auch von Experten wird kein Wachstum erwartet. Vielmehr geht man von weiteren Einsparungszielen im Bereich der benutzten Flugzeugklassen und in der Anzahl der Geschäftsflüge aus. Ebenso ist in der Touristik mit eher niedrigen Wachstumsraten zu rechnen, sodass die Partner im Vergleich zum Vorjahr eher ein Nullwachstum erwarten. Im Langzeitvergleich gesehen liegt die Branche damit weit hinter dem Spitzenjahr 2008. Erheblich sind vor allem die Unwägbarkeiten im Kostenbereich. Hier gelang es dem Reisebürounternehmer in der Vergangenheit, durch effektives Kostenmanagement die Ertragssituation 2009 noch erträglich zu gestalten.
Positiv wird dabei in den Reisebüros diskutiert, dass es eine deutliche Entlastung von den Vorzugspreisentgelten geben wird. Damit dürften die Akquisitionsgespräche in Richtung Geschäftsreisekunde wieder erfolgreicher verlaufen. Problematisch ist jedoch, dass nach wie vor ein Vorzugspreisentgelt erhoben wird; zur Diskussion stehen 1,50 Euro zuzüglich Prozesskosten pro Segment. Negativ erscheinen eher die Berichte in den Medien über die Überlegungen der Airlines, das Disagio nicht mehr selbst zu tragen. Die Auswirkungen wären erheblich. Viele Unternehmen zahlen zwei Prozent Disagio. Bei einem Durchschnittswert pro Ticket von 500 Euro würden demnach durchschnittliche Mehrkosten von zehn Euro pro Ticket entstehen. Problematisch, weil dieser Aufschlag mit dem Wert eines Tickets steigt und somit wiederum erschwert beim Kunden durchsetzbar ist, da dieser bei teuren Tickets eher eine Reduktion erwartet. Insgesamt kann das beim Kunden zu einer Veränderung des Zahlungsverhaltens führen. Die Reisebüros, die bisher bereits einen Kreditkartenanteil von 80 Prozent verzeichneten, hätten durch einen Rückschritt bei der Überwachung der Außenstände erhebliche Nachteile.
Eine positive Auswirkung auf die Kosten erwarten sich Reisebüros jedoch vom Einsatz neuer Midofficesysteme. Das betrifft die Gestaltung von IT-Kosten, aber auch die neu gewonnene Wahlmöglichkeit hinsichtlich unterschiedlicher GDS-Systeme. Im Klartext: Reisebüros können die Reservierungsvariante wählen, die für sie die niedrigsten Kosten im GDS-Bereich verursacht. Vorsicht ist geboten, denn der Unternehmer muss immer darauf achten, dass er nicht einerseits niedrigere IT-Kosten und andererseits höhere manuelle Aufwendungen, zum Beispiel bei der Rechnungserstellung, hat. Auf die Frage, wie die Reisebüros das kommende Geschäftsjahr für sich selbst beurteilen, konnten wir zwei Meinungen einfangen.

