Hotelmarkt - Deutsche Preise wieder im Fall
Die Hotelbuchungen ziehen weltweit an. Auch in deutschen Großstädten legten die Buchungen im Juli um bis zu 50 Prozent zu. Das Erschreckende dabei: Die Preise purzeln schon wieder.
Geht es nach den Buchungen, kennen die Hoteliers derzeit weltweit nur eine Entwicklung: erfreulicherweise nach oben. Im Juli legten die weltweiten Hotelbuchungen erneut zu – und zwar um 19,8 Prozent. Damit liegt die Zahl der Übernachtungen in den Hotels weltweit insgesamt 15 Prozent über Vorjahr. Zu diesen Ergebnissen kommt der Trendreport Pegasus View, den das Hotel-GDS monatlich exklusiv für fvw erstellt. In Europa und in Deutschland läuft es für die Hotellerie sogar noch besser. Im Juli verbuchen deutsche Häuser ein Buchungsplus von 39,5 Prozent. Das entspricht einem Wachstum von 30,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Preise dürften sich dementsprechend ebenso positiv nach oben entwickeln, könnte man meinen. Doch die Preise steigen nur geringfügig: Im Juli um zwei Prozent, im Vergleich zum Vorjahr um gerade mal 1,4 Prozent. In Deutschland wird der Abstand zwischen Buchungsplus und Preisanstieg verglichen mit der europäischen und weltweiten Entwicklung am Deutlichsten.
Hoteliers hierzulande klagen seit Jahren über dürftige Margen. Jetzt, da der Markt wieder anzieht, wäre das eine Chance, die Raten vor weiterem Verfall zu retten. Doch es läuft genau umgekehrt. In den ersten deutschen Großstädten sinken die Preise sogar schon wieder, etwa in Frankfurt, Berlin, Hamburg und Düsseldorf. In Düsseldorf (minus 3,4 Prozent), Frankfurt (minus ein Prozent) und Hamburg (minus 0,9 Prozent) liegen die Preise trotz ordentlichem Buchungsschub unter Vorjahr. Berlin lässt im Juli mit einem Minus von einem Prozent Federn, obwohl die Buchungen in der Hauptstadt im Sommermonat um 39,1 Prozent zulegten. Das höchste Buchungsplus im Juli erreichten Frankfurt mit einem Zuwachs von 49,6 Prozent und Düsseldorf mit 51,8 Prozent. Insgesamt, verglichen mit dem Vorjahr, läuft das Hotelgeschäft in der Rheinstadt am besten.

